Mittwoch, 10. Juni 2009

Fokker Dr. I Konstruktionszeichnungen

Als im Februar 1917 an der Westfront der Sopwith-Dreidecker auftauchte, forderten die deu-tschen Jagdflieger eine ähnliche Maschine. Durch die Idflieg wurden viele deutsche Flugzeuhersteller zum Bau von Dreidecker angeregt. Am Ende war davon aber nur der Fokker Dr. I erfolgreich. Dessen Entwicklung läßt sich auf einen Versuchs-Doppeldecker zurückführen, der, für Österreich-Ungarn bestimmt, am 13. Juni 1917 bei Fokker in Bau genommen wurde.
Etwa Anfang Juni muss Fokker von der Absicht der Idflieg erfahren haben, Probeaufträge über je drei Dreidecker an ausgewählte Hersteller zu vergeben, was im Jni für die Pfalz-Flugzeugwerke und Siemens-Schuckert nachweisbar ist. Fokker ließ sofort den für Österreich vorgesehenen Versuchsdoppeldecker (D VI, Wnr. 1661) als freitragenden Dreidecker umbauen. Dabei kamen ihm die bisherigen Erfahrungen mit den vorherigen Versuchsmuster ( V 1 bis V 3) zugute. Die Tragflächen des Dreideckers waren mit Stoff bespannt und basierten auf einen breiten Kastenholm, der wieder aus zwei oben und unten mit Sperrholz beplankten Kastenholmen bestand. Diese Maschine ging nach der Erprobung in Schwerin nach Österreich-Ungarn und erreichte am 3. Sept. die MAG.
Am 14. Juli 1917 erteilte die Idflieg den ersten Fertigungsauftrag für 20 Dreidecker an Fokker mit dem Vorbehalt, daß die Prototypen sich bewährten.
Die später als V 5 bezeichnete Wnr. 1697 wurde am 7. Aug. zur Festigkeitsprüfung an die Flugzeugmeisterei nach Adlershof geliefert. Später wurde sie mit der Bestellnr. F I 101/17, ebenso wie die beiden Fokker V 4 (Wnr. 1729 + 1730) als FI 102/17 und FI 103/17 in die erste Serie Dr. I verwandelt.
Die Fronterprobung des neuen Jagd-Dreideckers begann mit den beiden FI 102/17 und FI 103/17, die am 16. August von der Zentral-Abnahme-Kommission (ZAK) in Schwerin abgenom-men und fünf Tage später an die Front gesandt wurden. Sie kamen zum gerade von Wolfgang v. Richthofen gebildeten Jagdgeschwader I (JG I). Die FI 102/17 wurde der Jagtstaffel 11 (Jasta 11) zugeordnet, die FI 103/17 flog der Staffelführer der Jasta 10, Lt. Werner Voss. Am 1. Sept. gelang v. Richthofen der erste Abschuß als sein 60. Luftsieg. Beide Maschinen gingen jedoch selbst bald verloren. Oblt. Kurt Wolff fiel am 13. Sept. 1917 in der 102/17 beim Kampf gegen eine Übermacht an britischen Flugzeugen. Am 23. Sept. fiel nach 48 Luftsiegen auch Werner Voss in der 103/17 in einem Kampf gegen sieben S.E.5a der No. 56 Squadron des RFC.
Die deutsche Fliegertruppe setzte indges. 320 Fokker Dr. I ein. Die milit. Seriennr. waren 100-119/17, 121-220/17 und 400-599/17.
Major Felix Wagenführ, dem als Leiter der Prüfanstalt/Werft der Idflieg unterstanden hatte, gab nach dem Krieg das ehrlichste Urtei über die Dr. I ab :
Ein Dreidecker wurde von Fokker auf Anregung der Front konstruiert. Die Praxis sollte entscheiden, ob er im Steigverhalten und in der Wendigkeit besser wäre als die bisherigen Jagtflugzeuge. Die Versuche, für die sich Richthofen sehr interessierte, fielen negativ aus und der Typ wurde fallen gelassen.